10 Einkommensumverteilung

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Axel Hillmann
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10 Einkommensumverteilung

Beitrag von Axel Hillmann »

Liebe KommilitonInnen,

in diesem Unterforum beantworte ich Fragen zum Teilgebiet Einkommensumverteilung aus der Kurseinheit 2 (Public Choice).

Eine Vorschau in Ausschnitten zu diesem Lernvideo finden Sie hier:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=Mj683aNPPdw

Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=UFNTqCIC_XY

Freundliche Grüße
Axel Hillmann

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Sonja
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Re: 10 Einkommensumverteilung

Beitrag von Sonja »

Hallo Herr Hillmann,
ich habe eine Verständnisfrage zum Übungsaufgabe 6 zum ersten Video:
Lösung Übungsaufgabe 6.PNG
Müsste sich die Ursache nicht auf den gesamten Nenner beziehen, also heißen,
... wenn der Durchschnittssteuersatz um 1% steigt anstelle von, wenn das Bruttoeinkommen um ein % steigt?
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Sonja
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Axel Hillmann
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Re: 10 Einkommensumverteilung

Beitrag von Axel Hillmann »

Liebe Sonja,

Zitat: Müsste sich die Ursache nicht auf den gesamten Nenner beziehen

Ja.

Zitat: also heißen, ... wenn der Durchschnittssteuersatz um 1% steigt anstelle von, wenn das Bruttoeinkommen um ein % steigt?

Nein, denn im Nenner steht die prozentuale Änderung des Bruttoeinkommens (dy / y). Die weiteren Umrechnungen dienen der Berechenbarkeit. Die letzte Version ergibt den Quotienten aus Grenz- und Durchschnittsteuersatz (jedoch nicht dessen prozentuale Änderung).

Freundliche Grüße
Axel Hillmann

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romana.f
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Verständnisfrage Einkommensumverteilung Unter dem Durchschnitt

Beitrag von romana.f »

Lieber Herr Hillmann,

ich wende mich mit einer Frage zu dem Kapitel Einkommensverteilung - exogen.

Sowohl in Ihrem Buch als auch in den Lernvideos (und dem Buch der Fernuni Hagen) heißt es, dass ein Haushalt mit einem unter dem Durschnitt liegenden Einkommen der "Gewinner" ist und von den Haushalten mit einem überdurchschnittlichen Einkommen finanziert wird.

Im Lehrvideo haben wir folgendes Beispiel:
1: y = 200
2: y = 400
3: y = 450
St-Satz: 0,2
g = 60
Wenn man bei diesem Beispiel nun g auf 120 erhöht, zahlt auch der Haushalt mit einem Einkommen unter dem Durchschnitt.
Auch wenn ich einen 4. Teilnehmer hinzufüge, welcher y = 300 verdient. (und g = 60 belasse) Dann ist dieser auch noch unter dem neuen Durchschnitt, zahlt jedoch trotzdem ein und ist kein "Gewinner".

Bei Ü-BSP 6 der Fernuni Hagen
Übungsaufgabe 6: Eine Ökonomie umfasse drei Bürger i (i = 1, 2, 3) mit den exogenen monatlichen Einkommen y1 = 1800, y2 = 3200 sowie y3 = 4000 Euro. Der Einkommensteuertarif ist charakterisiert durch einen konstanten Steuersatz von t = 0.25 sowie den dazugehörigen Pauschaltransfer r. Die Regierung stellt ein öffentliches Gut bereit, welches mit jährlichen Kosten von 7200 Euro zu Buche schlägt.

Auch hier ist ein vierter Teilnehmer welche genau den Durchschnitt verdient eindeutig kein "Gewinner".

Könnten Sie mir bitte helfen zu verstehen wie das mit der Aussage "unter dem Durchschnitt" gemeint ist. Ich habe nun mehrere Stunden verschiedene Beispiele ausprobiert und komme immer wieder zu dem Entschluss dass diese Aussage nicht immer stimmt? Wo ist hier der Haken?

Vielen Dank,
Romana
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Axel Hillmann
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Re: 10 Einkommensumverteilung

Beitrag von Axel Hillmann »

Liebe Romana,

in der Tat lassen sich die Kosten für das öffentliche Gut für jedes Beispiel soweit erhöhen, dass jeder Haushalt einen Auszahlungsüberschuss, also weniger Netto- als Bruttoeinkommen aufweist. Entscheidend für "gewinnen" und "verlieren" ist der Beitrag für das öffentliche Gut: Wer unter dem durchschnittlichen Betrag zahlt (für g = 120 wären das g/3 = 40 für n = 3), "gewinnt", wer über dem durchschnittlichen Betrag zahlt, "verliert". Es bleibt also dabei: Unterdurchschnittliche Einkommen gewinnen, überdurchschnittliche Einkommen verlieren.

Freundliche Grüße
Axel Hillmann

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romana.f
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Re: 10 Einkommensumverteilung

Beitrag von romana.f »

Lieber Herr Hillmann,

vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!

Demnach würde es bei g=120 keinen "Gewinner" geben, denn auch der Haushalt mit dem Einkommen von 200 bezahlt Steuern von 40, bekommt allerdings nur r von 30? Bzw mittels der Formel für yv zahlt er durchschnittliche Steuern von -30 und zahlt g/n = 120/3 so dass das Nettoeinkommen am Ende 190 beträgt. Richtig? Denn nur wenn seine eigene Steuer unter r liegt, bzw durchschnittliche Steuer unter der durchschnittlichen Leistung zum öffentlichen Gut, ist er ein Gewinner?

Vielen Dank,
Romana
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Axel Hillmann
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Re: 10 Einkommensumverteilung

Beitrag von Axel Hillmann »

Liebe Romana,

Zitat: "Denn nur wenn seine eigene Steuer unter r liegt, bzw durchschnittliche Steuer unter der durchschnittlichen Leistung zum öffentlichen Gut, ist er ein Gewinner?"

Nein. Richtig ist es so:

Wer einen unterdurchschnittlichen Beitrag für g leistet, gewinnt, wer einen überdurchschnittlichen Beitrag leistet, verliert. In Ihrem Beispiel zahlt der Haushalt mit dem Bruttoeinkommen von 200 eine Steuer von 40 (habe ich jetzt nicht überprüft), erhält r = 30, zahlt also nur 10 für das öffentliche Gut bei einem durchschnittlichen Anteil von g/3 = 40. er ist mithin Gewinner.

Freundliche Grüße
Axel Hillmann

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